Multiple Sklerose (MS) ist in Bezug auf Symptomatik, Ansprache auf die Behandlung und speziellen Krankheitsverlauf eine sehr heterogene Krankheit. Während einige Patienten innerhalb weniger Jahre schwere Behinderungen entwickeln, kann es sein, dass andere niemals signifikante Beeinträchtigungen feststellen. In letzter Zeit wurden verschiedene wirksame Therapien entwickelt, die sich auf den Krankheitsverlauf auszuwirken scheinen, wenn sie früh angewendet werden. Unglücklicherweise haben die effektivsten Medikamente ein schwerwiegendes Nebenwirkungsprofil und können lebensgefährliche Nebenwirkungen hervorrufen.
Um dieses Dilemma zu überwinden, sollen Biomarker für frühe Diagnosen, Vorhersagen des Krankheitsverlaufs und Behandlungsansprache entwickelt werden, um individualisierte Behandlungsmethoden und eine schnellere Entwicklung neuer Therapien zu ermöglichen. Zur klaren Abgrenzung der verschiedenen Aspekte der Heterogenität durch die Identifizierung verlässlicher Biomarker zur Phänotypisierung der individuellen MS-Patienten, bedarf es der gemeinsamen Anstrengung vieler Zentren, um ein deutschlandweites Netzwerk zur Entdeckung von Biomarkern zu etablieren. Es wird eine Plattform eingerichtet, die eine prospektive Kohortenstudie verbunden mit exakt definiertem Biobanking- und zentralisierten genomischen, transkriptomischen und proteomischen Untersuchungen umfasst. Unterstützt durch Kernprojekte aus den Bereichen „Antikörper- Biomarker“, „Therapieansprache-Marker“, „MS-Heterogenität“, „MRI-Standardisierung“ und Biosignal-Analyse“ wird die Plattform auch umfangreiche Grundlagen für die präklinische und Gesundheitsforschung entwickeln. Dies wird die schnelle Verbreitung neuer Erkenntnisse zwischen den Plattformen erleichtern und die Diagnose und die individualisierte Behandlung von MS in der Praxis verbessern.

Förderer:
BMBF Förderkennzeichen 01GI0916
Koordinator:
Prof. Dr. Bernhard Hemmer, Neurologische Klinik der Technischen Universität München
Ausgewählte Publikationen: