





Multiple Sklerose (MS) ist in Bezug auf Symptomatik, Ansprache auf die Behandlung und speziellen Krankheitsverlauf eine sehr heterogene Krankheit. Während einige Patienten innerhalb weniger Jahre schwere Behinderungen entwickeln, kann es sein, dass andere niemals signifikante Beeinträchtigungen feststellen. In letzter Zeit wurden verschiedene wirksame Therapien entwickelt, die sich auf den Krankheitsverlauf auszuwirken scheinen, wenn sie früh angewendet werden. Unglücklicherweise haben die effektivsten Medikamente ein schwerwiegendes Nebenwirkungsprofil und können lebensgefährliche Nebenwirkungen hervorrufen.
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ENGAGE (European Network for Genetic and Genomic Epidemiology) ist ein von der Europäischen Kommission gefördertes Projekt. Es besteht aus 22 Forschungsorganisationen und zwei biotechnologischen und pharmazeutischen Unternehmen aus ganz Europa sowie Kanada und Australien. Das Ziel von ENGAGE ist es, die Fülle der Daten, die aus großangelegten genetischen und genetisch-epidemiologischen Forschungsvorhaben europäischer (und anderer) Populationen resultiert, in relevante Informationen für zukünftige Anwendungen umzusetzen. Das Konzept von ENGAGE besteht darin, europäische Forscher in die Lage zu versetzen, eine große Anzahl von Genen, die metabolische, verhaltensbezogene und kardiovaskuläre Merkmale beeinflussen, zu identifizieren und die Interaktionen zwischen Genen und Lebensweise zu untersuchen. Einer der größten humangenetischen Datensätze ist Bestandteil des Konsortiums und wird darin analysiert. Mit unserem Fokus auf genomweiter Datenintegration und statistischer Genetik bringen wir analysierte Datensätze von existierenden genomweiten Assoziationsstudien für Meta-Analysen zu Basis- und kardiologischen Phänotypen ein. Darüber hinaus organisieren und führen wir Meta-Analysen von Datensätzen unserer Partner aus dem ENGAGE-Konsortium durch.
Im Vorhaben wurden spezifische, mit humaner Lungentuberkulose in Bezug auf Krankheitsbild und -prognose korrelierte RNA-Expressionsmuster identifiziert und analysiert. Hierzu wurde Lungengewebe von an (MDR)-Tuberkulose leidenden Patienten mit Kontrollgewebe sowie mit Ergebnissen aus Tierexperimenten verglichen. Die Ergebnisse sollen u.a. zur Identifikation derjenigen Gene beitragen, die für die Pathogenese der Tuberkulose ursächlich sind. Aufgabe war die biometrische Betreuung des Projekts.
Mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wurde innerhalb des Nationalen Genomforschungsnetzes ein Genetisch-Epidemiologisches Methodenzentrum (GEM Lübeck) eingerichtet. Ziel des GEM Lübeck ist zum einen die Betreuung kooperativer genetisch-epidemiologischer Projekte. Zum anderen hat das GEM Lübeck ein Online-Training in genetischer Epidemiologie entwickelt und implementiert. Basis hierfür ist das Buch von Ziegler und König (2006) „A Statistical Approach to Genetic Epidemiology: Concepts and Applications“, das bei Wiley-VCH erschienen ist. Die 2. Auflage des Buchs, das den Online-Kurs beinhaltet, ist in Vorbereitung. Es werden regelmäßig Kurse angeboten, die aus einer Online- und einer Präsenzphase bestehen. Detaillierte Informationen finden Sie auf www.genepi.de.

