Adaptiv-sequentielle Studien mit adäquater Berücksichtigung von Interimspatienten

Dr. Andreas Faldum
Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Mainz
Ort des Vortrages: 
AM S1, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
Uhrzeit: 
10.00 Uhr s.t.
Datum: 
2. July 2010

 

Gruppensequentielle und adaptive Designs erlauben es während einer klinischen Studie Zwischenanalysen durchzuführen ohne die Integrität der Studie zu gefährden. Aus den Ergebnissen dieser Zwischenanalysen können dann Entscheidungen für den weiteren Studienverlauf hergeleitet werden. Während neuere biometrische Verfahren eine immer größere Flexibilität bei der Adaption von Studien nach Zwischenanalysen zulassen, werden solche Studiendesigns insbesondere in Zulassungsstudien nur zögerlich eingesetzt.
Ein Grund dafür sind Interimspatienten, die während der Dauer einer Zwischenanalyse in eine laufende Studie aufgenommen werden, da sich die Rekrutierung aus logistischen Gründen kaum stoppen lässt. Zeigt die Studie in der Zwischenanalyse den gewünschten Erfolg, so wird sie üblicherweise beendet. Die Interimspatienten wurden dann aber noch nicht berücksichtigt. Aus Gründen der Studieneffizienz sowie aus ethischen Gründen müssen alle verfügbaren Informationen Verwendung finden, um zu einer gesicherten Studienaussage zu kommen. Zudem wird jede Zulassungsbehörde die bis dato unberücksichtigten Daten der Interimspatienten einfordern. Standardverfahren ist die doppelte Auswertung ohne und dann mit den Interimspatienten. Der eben erreichte Erfolg steht folglich wieder auf dem Spiel.
Im Rahmen dieses Vortrags werden adaptive Studiendesigns vorgestellt, die einerseits alle auswertbaren Patienten bei der konfirmatorischen Analyse berücksichtigen, andererseits den Nachteil der Doppelanalyse kompensieren. Die Strategien zur adäquaten Berücksichtigung von Interimspatienten werden anhand prospektiver randomisierter Multicenterstudien veranschaulicht. Die Berücksichtigung von Interimspatienten ist immer dann besonders wichtig, wenn zwischen der Rekrutierung eines Patienten und der Erhebung seines Studienzielwertes längere Zeit vergeht. Durch Wahl einer geeigneten Strategie lassen sich Powerverluste minimieren bzw. durch Einsparungen bei der durchschnittlichen und maximalen Fallzahl ausgleichen.
 
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